Während Europa im Februar von grauem Winterwetter geprägt ist, zeigt sich Cusco in den peruanischen Anden von seiner lebendigsten Seite. Die ehemalige Hauptstadt des Inka-Reiches empfängt euch in diesem Monat mit milden Tagestemperaturen und einer Atmosphäre, die Geschichte, Kultur und Abenteuer auf einzigartige Weise miteinander verbindet. Für Paare, die nach einem authentischen Reiseerlebnis suchen, ohne dabei ihr Budget zu sprengen, bietet diese faszinierende Stadt in über 3.400 Metern Höhe die perfekte Kulisse für unvergessliche gemeinsame Momente.
Warum Cusco im Februar eure Reise wert ist
Der Februar markiert zwar die Regenzeit in den Anden, doch genau darin liegt ein besonderer Reiz. Die Landschaft erstrahlt in sattem Grün, die antiken Steine der Inka-Ruinen glänzen nach den meist nachmittäglichen Schauern, und die Besucherzahlen halten sich in Grenzen. Das bedeutet für euch: authentischere Begegnungen, niedrigere Preise und die Möglichkeit, Sehenswürdigkeiten ohne Menschenmassen zu erleben. Die morgendlichen Stunden sind häufig sonnig und klar – ideal, um die wichtigsten Erkundungen zu unternehmen, bevor die Wolken aufziehen.
Die Magie der Stadt entdecken
Der historische Stadtkern von Cusco ist ein lebendiges Museum unter freiem Himmel. Wenn ihr durch die kopfsteingepflasterten Gassen schlendert, werdet ihr auf Schritt und Tritt Zeugen einer außergewöhnlichen architektonischen Symbiose: Spanische Kolonialbauten thronen auf präzise behauenen Inka-Fundamenten, deren Steine so perfekt ineinandergefügt sind, dass kein Mörtel nötig war. Diese Baukunst könnt ihr besonders eindrucksvoll an der berühmten Zwölfeck-Stein-Mauer bewundern – ein Fotomotiv, das ihr euch nicht entgehen lassen solltet.
Die Plaza de Armas bildet das pulsierende Herz der Stadt. Hier könnt ihr auf einer der vielen Parkbänke das bunte Treiben beobachten, während lokale Händlerinnen in traditioneller Tracht bunte Textilien anbieten und Straßenmusikanten andine Klänge spielen. Der Platz ist kostenlos zugänglich und bietet zu jeder Tageszeit eine andere Stimmung – besonders romantisch wird es in den Abendstunden, wenn die beleuchteten Kolonialkirchendie Szenerie in warmes Licht tauchen.
Sehenswürdigkeiten für kleines Budget
Das sogenannte Boleto Turístico ist eure Eintrittskarte zu den wichtigsten archäologischen Stätten rund um Cusco und kostet etwa 55 Euro. Dieser Pass gilt für zehn Tage und öffnet euch die Türen zu über einem Dutzend Sehenswürdigkeiten. Ein absolutes Muss ist Sacsayhuamán, die beeindruckende Festungsanlage oberhalb der Stadt. Die gigantischen Steinblöcke, von denen einige über 100 Tonnen wiegen, werfen noch heute Rätsel auf. Von hier oben habt ihr zudem einen spektakulären Panoramablick über die roten Dächer Cuscos.
Für einen romantischen Tagesausflug bietet sich das Heilige Tal an. Mit lokalen Kleinbussen, den sogenannten Colectivos, erreicht ihr Orte wie Pisac oder Ollantaytambo für weniger als 2 Euro pro Person. Diese traditionellen Andendörfer bezaubern mit ihren Märkten, terrassierten Feldern und weniger überlaufenen Ruinenkomplexen. Nehmt euch Zeit, durch die Marktstände zu bummeln, handgewebte Alpaka-Produkte zu bewundern und mit den freundlichen Einheimischen ins Gespräch zu kommen.
Versteckte Juwelen abseits der Touristenpfade
Das Künstlerviertel San Blas erklimmt ihr über steile, verwinkelte Gassen, die mit wunderschönen Street-Art-Werken geschmückt sind. Hier findet ihr kleine Werkstätten, in denen Kunsthandwerker ihrer Arbeit nachgehen, gemütliche Cafés mit Dachterrassen und eine entspannte Bohème-Atmosphäre. Der Aufstieg ist anstrengend in dieser Höhe, aber die Aussicht und das authentische Flair entschädigen reichlich. Ein Spaziergang durch dieses Viertel kostet nichts außer etwas Puste.
Der lokale Markt San Pedro ist ein Fest für die Sinne und gewährt euch einen ungefilterten Einblick in den cusqueñischen Alltag. Hier stapeln sich exotische Früchte, frische Säfte kosten etwa 0,80 Euro, und ihr könnt authentische lokale Gerichte für unter 2 Euro probieren. Die Atmosphäre ist lebhaft, farbenfroh und völlig touristenfrei – genau das richtige für Paare, die das echte Peru erleben möchten.

Kulinarische Entdeckungen für Sparfüchse
Die peruanische Küche genießt weltweit einen exzellenten Ruf, und Cusco enttäuscht nicht. In den Seitenstraßen abseits der Hauptplätze findet ihr zahlreiche kleine Lokale, die ein mehrgängiges Mittagsmenü für 3 bis 5 Euro anbieten. Diese sogenannten Menús del Día umfassen meist eine Suppe, ein Hauptgericht mit Reis, Fleisch oder Fisch sowie ein Getränk. Die Portionen sind großzügig und die Qualität oft hervorragend.
Probiert unbedingt lokale Spezialitäten wie das herzhafte Lomo Saltado, ein Rindfleischgericht mit asiatischem Einfluss, oder die gefüllten Teigtaschen Empanadas, die an Straßenständen für etwa 0,50 Euro das Stück verkauft werden. Für ein romantisches Abendessen findet ihr Restaurants mit Blick auf beleuchtete Plätze, wo ihr für 20 bis 30 Euro zu zweit ein vollständiges Dinner mit Getränken genießen könnt – deutlich günstiger als in europäischen Städten.
Unterkunft mit Charme und kleinem Preis
Cusco bietet eine beeindruckende Auswahl an preiswerten Unterkünften, besonders im Februar. Gemütliche Gästehäuser in kolonialen Gebäuden mit Innenhöfen findet ihr bereits ab 20 bis 30 Euro pro Nacht für ein Doppelzimmer. Viele dieser Unterkünfte liegen in gehbarer Entfernung zum Zentrum und verfügen über charmante Details wie Holzbalken, Kaminöfen und traditionelle Textilien.
Achtet darauf, eine Unterkunft mit guter Heizung zu wählen, denn die Nächte können in dieser Höhe kühl werden. Viele Gastgeber bieten morgens kostenlosen Coca-Tee an – ein traditionelles Mittel gegen die Höhenkrankheit, die manche Reisende in den ersten Tagen beeinträchtigen kann. Nehmt euch Zeit zur Akklimatisierung, trinkt viel Wasser und vermeidet Alkohol in den ersten 48 Stunden.
Fortbewegung in und um Cusco
Die Altstadt lässt sich hervorragend zu Fuß erkunden, auch wenn die steilen Gassen und die dünne Luft anfangs herausfordernd sein können. Für weitere Strecken sind Taxis eine günstige Option – eine Fahrt innerhalb der Stadt kostet selten mehr als 2 Euro. Verhandelt den Preis vor der Fahrt, da die meisten Taxis keine Taxameter haben.
Für Ausflüge ins Heilige Tal oder zu anderen nahegelegenen Sehenswürdigkeiten sind die lokalen Colectivos unschlagbar günstig und authentisch. Diese Kleinbusse fahren ab, sobald sie voll sind, von verschiedenen Straßenecken im Zentrum. Fragt in eurer Unterkunft nach den richtigen Abfahrtsorten – die Einheimischen helfen gerne weiter.
Praktische Tipps für eure Reise
Packt Kleidung im Zwiebelprinzip ein. Die Februar-Temperaturen schwanken stark zwischen morgendlicher Kühle und mittäglicher Wärme. Eine wasserdichte Jacke ist unverzichtbar für die nachmittäglichen Regenschauer. Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor ist trotz der Wolken wichtig, denn die UV-Strahlung in dieser Höhe ist intensiv.
Geldautomaten findet ihr reichlich in der Innenstadt, aber hebt größere Beträge auf einmal ab, um Gebühren zu sparen. Kleinere Scheine sind Gold wert, denn viele Händler und Taxifahrer können keine großen Noten wechseln. Kreditkarten werden in vielen Restaurants und größeren Geschäften akzeptiert, doch Bargeld bleibt König für Märkte, Straßenessen und öffentliche Verkehrsmittel.
Die Höhenlage erfordert Respekt. Plant eure ersten Tage entspannt, vermeidet schwere Mahlzeiten und anstrengende Aktivitäten. Der Körper braucht Zeit, sich anzupassen. Diese erzwungene Entschleunigung passt perfekt zu einer romantischen Reise – genießt einfach die gemeinsame Zeit, schlendert durch die Gassen und lasst die besondere Energie dieser mystischen Stadt auf euch wirken. Cusco im Februar belohnt geduldige Entdecker mit authentischen Erlebnissen, die weit über das übliche Touristenprogramm hinausgehen.
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