Stell dir vor, du schlenderst durch kopfsteingepflasterte Gassen, während die Sonne die bunten Kolonialfassaden in warmes Licht taucht. Um dich herum duftet es nach frisch geröstetem Kaffee und gegrilltem Mais, während Straßenmusiker traditionelle Klänge in die Luft zaubern. Genau das erwartet dich und deine Freunde in Oaxaca, einer der faszinierendsten Städte Mexikos, die im Februar besonders verlockend ist. Während in Deutschland noch Winterkälte herrscht, zeigt sich die südmexikanische Kulturhauptstadt von ihrer besten Seite: angenehme Temperaturen um 25 Grad, kaum Regen und eine authentische Atmosphäre fernab der überfüllten Touristenpfade. Das Beste daran? Oaxaca lässt sich auch mit schmalem Budget hervorragend erkunden.
Warum Oaxaca im Februar perfekt für Gruppenreisen ist
Der Februar markiert in Oaxaca die ideale Reisezeit. Die Hochsaison der Weihnachtswochen ist vorbei, die Preise normalisieren sich wieder, und gleichzeitig bleibt das Wetter traumhaft stabil. Tagsüber könnt ihr in T-Shirt und Shorts durch die Stadt ziehen, während die Abende angenehm kühl sind – perfekt für lange Nächte auf den Dachterrassen der zahlreichen günstigeren Unterkünfte. Die Stadt pulsiert mit einer Energie, die sich besonders gut mit Freunden erleben lässt: gemeinsame Entdeckungstouren durch Märkte, spontane Mezcal-Verkostungen in familiären Destillerien am Stadtrand oder abendliche Streifzüge durch das lebendige Nachtleben.
Was Oaxaca so besonders macht
Oaxaca ist weit mehr als nur eine weitere mexikanische Kolonialstadt. Hier verschmelzen indigene Zapoteken- und Mixteken-Kulturen mit spanischem Erbe zu einem einzigartigen kulturellen Mosaik. Das historische Zentrum mit seinem prächtigen Zócalo wurde von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt – und das völlig zu Recht. Die Stadt atmet Geschichte an jeder Ecke, ohne dabei museal zu wirken. Vielmehr herrscht hier ein authentisches, lebendiges Treiben, das euch sofort in seinen Bann zieht.
Die gastronomische Szene Oaxacas gilt als eine der besten ganz Mexikos. Die Stadt ist berühmt für ihre sieben Mole-Saucen, ihre handgemachten Tortillas und natürlich für Mezcal, den rauchigen Bruder des Tequilas. Anders als in vielen anderen touristischen Zielen findet ihr hier noch unzählige authentische Essensstände und kleine Lokale, wo ihr für 3 bis 5 Euro pro Person fantastisch essen könnt.
Erlebnisse, die ihr nicht verpassen solltet
Die Märkte: Ein Fest für alle Sinne
Der Mercado Benito Juárez und der Mercado 20 de Noviembre sind das pulsierende Herz Oaxacas. Hier könnt ihr euch zwischen Gewürzständen, Textilverkäufern und Essensständen treiben lassen. Probiert unbedingt die Tlayudas – riesige knusprige Tortillas, die mit Bohnen, Käse, Fleisch und Salat belegt werden und kaum mehr als 3 Euro kosten. Im Februar ist auch die Auswahl an tropischen Früchten besonders groß: Mangos, Papayas und exotische Zapote werden zu Spottpreisen angeboten. Plant für den Marktbesuch mindestens einen halben Tag ein und geht mit leerem Magen hin – ihr werdet ständig etwas Neues probieren wollen.
Monte Albán: Zeitreise zu den Zapoteken
Nur 15 Minuten außerhalb der Stadt liegt Monte Albán, eine der bedeutendsten präkolumbischen Stätten Mexikos. Die auf einem künstlich abgeflachten Berggipfel errichtete Stadt war über 1000 Jahre lang das Zentrum der Zapoteken-Zivilisation. Der Eintritt kostet etwa 4 Euro, und ihr erreicht die Ruinen mit lokalen Minibussen für rund 1,50 Euro pro Person. Teilt euch zu viert ein Taxi, wird es kaum teurer. Im Februar ist die Sicht oft kristallklar, und vom Gipfel aus habt ihr einen atemberaubenden Blick über das Tal von Oaxaca. Packt Sonnencreme und Wasser ein – auf dem exponierten Plateau gibt es kaum Schatten.
Hierve el Agua: Versteinerte Wasserfälle
Etwa anderthalb Stunden von Oaxaca entfernt liegt eines der geologischen Wunder Mexikos: Hierve el Agua, versteinerte Wasserfälle aus Mineralablagerungen, die wie gefrorene Kaskaden die Felswand hinunterfließen. Oben befinden sich natürliche Pools, in denen ihr baden könnt – mit spektakulärer Aussicht über die Berge. Die günstigste Variante ist, einen der kollektiven Kleinbusse zu nehmen, die täglich vom Stadtzentrum abfahren. Die Hin- und Rückfahrt kostet zusammen etwa 8 Euro pro Person. Plant einen ganzen Tag ein, nehmt Badesachen mit und genießt dieses surreale Naturschauspiel, das ihr in Europa so nicht finden werdet.
Kunsthandwerk und Webereien
Die Dörfer rund um Oaxaca sind berühmt für ihr Kunsthandwerk. In Teotitlán del Valle weben Familien seit Generationen farbenfrohe Teppiche aus Wolle, die mit natürlichen Farbstoffen gefärbt werden. In San Bartolo Coyotepec entsteht die charakteristische schwarze Keramik. Ihr könnt diese Orte mit lokalen Bussen für jeweils unter 2 Euro erreichen und den Handwerkern bei ihrer Arbeit zusehen. Wenn ihr etwas kaufen möchtet, sind die Preise direkt bei den Produzenten deutlich günstiger als in den Geschäften der Stadt – und ihr unterstützt die lokalen Gemeinden direkt.

Praktische Tipps für günstiges Reisen
Unterkunft: Gemeinschaftlich wohnen spart Geld
Oaxaca bietet eine riesige Auswahl an budgetfreundlichen Unterkünften. Hostels mit Mehrbettzimmern findet ihr bereits ab 8 bis 12 Euro pro Nacht und Person. Viele verfügen über Gemeinschaftsküchen, Dachterrassen und organisieren abendliche Aktivitäten. Wenn ihr zu viert oder fünft unterwegs seid, lohnt sich die Miete einer kleinen Wohnung oder eines Hauses über Buchungsplattformen. Für 40 bis 60 Euro pro Nacht bekommt ihr oft ein komplettes Apartment mit Küche im Zentrum – das macht 10 bis 15 Euro pro Person. Der Vorteil: Ihr könnt selbst kochen, gemeinsam frühstücken und habt mehr Privatsphäre.
Fortbewegung: Zu Fuß und mit lokalen Bussen
Das historische Zentrum Oaxacas lässt sich problemlos zu Fuß erkunden. Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten liegen alle in Laufweite. Für längere Strecken nutzt ihr am besten die lokalen Busse oder Colectivos – Sammeltaxis, die festen Routen folgen. Eine Fahrt kostet selten mehr als 0,50 Euro. Die Fahrten zu den umliegenden Dörfern und archäologischen Stätten könnt ihr entweder mit den kollektiven Kleinbussen vom zweiten Klasse-Busbahnhof unternehmen oder ihr mietet euch gemeinsam für einen Tag einen Fahrer, was bei vier bis fünf Personen oft nicht teurer ist und deutlich flexibler macht.
Essen: Authentisch und günstig
Die beste und günstigste Küche Oaxacas findet ihr auf der Straße und in den Märkten. Frühstückt in einer der zahlreichen kleinen Cafeterias, wo ein komplettes Frühstück mit Eiern, Bohnen, Tortillas und Kaffee zwischen 3 und 5 Euro kostet. Mittags bieten viele einfache Lokale ein „Menú del día“ – ein Tagesmenü mit Suppe, Hauptgericht, Getränk und oft auch Dessert für 4 bis 6 Euro an. Abends könnt ihr euch durch die Essensstände probieren: Tacos gibt es ab 0,60 Euro pro Stück, Tamales für etwa 1 Euro. Plant etwa 15 bis 20 Euro pro Person und Tag für Essen ein, und ihr werdet großartig speisen. Mezcal bekommt ihr in einfachen Bars für 2 bis 3 Euro pro Glas – deutlich günstiger als in Europa.
Geld sparen beim Ausgehen
Oaxaca hat ein lebendiges Nachtleben, das sich auch mit kleinem Budget genießen lässt. Viele Bars bieten Happy Hours mit reduzierten Preisen, und lokales Bier kostet in den weniger touristischen Vierteln nur 1,50 bis 2 Euro. Kauft Getränke im Supermarkt und genießt sie auf einer der öffentlichen Dachterrassen einiger Hostels, die auch für Nicht-Gäste zugänglich sind. Am Zócalo finden regelmäßig kostenlose Konzerte und kulturelle Veranstaltungen statt – perfekt für entspannte Abende ohne Eintritt.
Mit Freunden unterwegs: Die perfekte Gruppendynamik
Oaxaca ist wie geschaffen für Gruppenreisen. Die entspannte Atmosphäre der Stadt lädt dazu ein, gemeinsam neue Erfahrungen zu sammeln. Ob ihr zusammen durch Märkte streift, euch durch verschiedene Mole-Varianten probiert oder abends bei einem Mezcal die Erlebnisse des Tages Revue passieren lasst – die Stadt bietet unzählige Gelegenheiten für gemeinsame Abenteuer. Teilt euch die Kosten für Taxis, kocht zusammen mit den frischen Zutaten vom Markt, oder organisiert einen Tagesausflug zu mehreren Dörfern – gemeinsam wird alles günstiger und macht mehr Spaß.
Vergesst nicht, dass der Februar auch die Zeit ist, in der viele Einheimische selbst reisen und feiern. Die Stadt ist lebendig, aber nicht überlaufen. Ihr erlebt Oaxaca authentisch, ohne ständig in Touristenmassen zu stehen. Die Menschen sind offen und hilfsbereit, und mit ein paar Brocken Spanisch kommt ihr schnell ins Gespräch. Lasst euch treiben, seid offen für Spontanes und genießt diese einzigartige Mischung aus Kultur, Kulinarik und Lebensfreude, die Oaxaca zu einem der spannendsten Reiseziele Lateinamerikas macht – und das alles, ohne euer Budget zu sprengen.
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