Wenn die Winterlandschaft Islands im Februar ihre volle Magie entfaltet, verwandelt sich Reykjavik in ein faszinierendes Reiseziel für Familien, die das Außergewöhnliche suchen. Während die meisten europäischen Hauptstädte im späten Winter grau und trist wirken, bietet die isländische Hauptstadt ein spektakuläres Naturschauspiel aus tanzenden Nordlichtern, dampfenden Geothermalbecken und schneebedeckten Landschaften – und das alles zu überraschend erschwinglichen Preisen, wenn man die richtigen Strategien kennt.
Warum Reykjavik im Februar perfekt für Familien ist
Der Februar gilt als einer der besten Monate, um die isländische Hauptstadt mit Kindern zu besuchen. Die Tage werden bereits merklich länger – man genießt etwa sieben bis acht Stunden Tageslicht – und gleichzeitig sind die Nächte noch dunkel genug für spektakuläre Nordlicht-Beobachtungen. Die Stadt zeigt sich authentisch und weniger überlaufen als in den Sommermonaten, was sowohl das Erlebnis als auch die Preise positiv beeinflusst.
Die durchschnittlichen Temperaturen bewegen sich zwischen minus zwei und plus zwei Grad Celsius, was mit der richtigen Kleidung absolut angenehm ist. Isländer sagen gerne: „Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung“ – und sie haben recht. Packt Schichten, wasserdichte Jacken und warme Accessoires ein, dann wird euer Familienabenteuer unvergesslich.
Kostengünstig ankommen und bewegen
Der Flughafen Keflavík liegt etwa 50 Kilometer von Reykjavik entfernt. Statt teurer Transfers solltet ihr den öffentlichen Flybus nutzen, der euch für circa 25 bis 30 Euro pro Erwachsenem ins Stadtzentrum bringt. Kinder unter zwölf Jahren fahren oft kostenlos oder zum halben Preis. Die Fahrt dauert etwa 45 Minuten und bietet bereits erste Einblicke in die surreale Lavalandschaft Islands.
In Reykjavik selbst ist das Stadtzentrum kompakt und fußläufig – ein enormer Vorteil mit Kindern. Die meisten Sehenswürdigkeiten liegen maximal 20 Minuten Fußweg voneinander entfernt. Für weitere Strecken empfiehlt sich die Straeto-Buslinie. Eine Einzelfahrt kostet etwa 4 Euro, aber die Familienkarte für 24 Stunden liegt bei rund 15 Euro und lohnt sich bereits nach wenigen Fahrten.
Unterkunft: Clever sparen ohne Komfortverlust
Hotels in Reykjavik können teuer sein, doch im Februar findet man echte Schnäppchen. Gästehäuser und kleinere Pensionen im Stadtteil Laugardalur oder nahe der Universität bieten familienfreundliche Zimmer ab etwa 80 Euro pro Nacht. Viele verfügen über Küchenzeilen – ein Segen, wenn man mit Kindern reist und die Restaurant-Kosten im Griff behalten möchte.
Wer es noch günstiger mag, findet in gut ausgestatteten Hostels Familienzimmer ab 60 Euro. Diese bieten oft Gemeinschaftsküchen, in denen ihr euer Frühstück und einfache Mahlzeiten zubereiten könnt. Die isländische Gastfreundschaft zeigt sich besonders in diesen kleineren Unterkünften, wo Gastgeber wertvolle Insider-Tipps mit euch teilen.
Was ihr unbedingt sehen solltet
Die Hallgrímskirkja und der Blick über die Stadt
Die ikonische Kirche im Stadtzentrum ist mehr als nur ein Fotomotiv. Der Aufstieg zum Turm kostet etwa 10 Euro für Erwachsene, Kinder zahlen die Hälfte. Von oben genießt ihr einen atemberaubenden 360-Grad-Blick über die bunten Dächer Reykjaviks, die schneebedeckten Berge im Hinterland und den dampfenden Atlantik. An klaren Februar-Tagen reicht die Sicht bis zur Halbinsel Snæfellsnes.
Die Harpa und die Waterfront
Das moderne Konzerthaus Harpa glitzert an der Hafenpromenade wie ein gigantischer Kristall. Der Eintritt ins Gebäude selbst ist kostenlos, und Kinder lieben die bunten Lichtspiele, die durch die Glasfassade entstehen. Entlang des Hafens könnt ihr bummeln, den alten Hafen erkunden und mit etwas Glück Schiffe beobachten. Der Bereich ist lebendig, authentisch und kostenfrei zu erleben.
Perlan und das Naturkundemuseum
Das Perlan-Museum bietet interaktive Ausstellungen über Islands Naturphänomene. Der Eintritt liegt bei etwa 35 Euro für Erwachsene und 15 Euro für Kinder, was zunächst hoch erscheint. Doch die künstliche Eishöhle, Informationen über Vulkane und Gletscher sowie das Planetarium machen den Besuch zu einem lehrreichen Erlebnis, das gerade an kälteren Februar-Tagen perfekt ist.

Erlebnisse, die nichts oder wenig kosten
Die öffentlichen Thermalbäder
Statt der touristischen Blauen Lagune solltet ihr die städtischen Thermalbäder besuchen. Das Sundhollin oder das Laugardalslaug bieten authentische isländische Badekultur für etwa 8 Euro pro Erwachsenem und 2 Euro pro Kind. Hier treffen sich Einheimische nach der Arbeit, Kinder plantschen in warmen Becken, und die Außenpools dampfen malerisch in der kalten Februarluft. Das ist Island pur, ohne den Touristenrummel.
Nordlichter-Jagd
Im Februar sind die Chancen ausgezeichnet, Polarlichter zu sehen. Ihr braucht keine teure Tour zu buchen – verlasst einfach das Stadtzentrum in Richtung Grótta-Leuchtturm oder zum Strand Nauthólsvík. An wolkenlosen Abenden zwischen 22 und 2 Uhr nachts tanzt mit etwas Glück das grüne, manchmal auch violette Band über den Himmel. Packt Thermoskannen mit heißem Kakao ein und macht es euch auf einer Decke gemütlich. Kostenloser geht Magie nicht.
Die Skulpturen von Sólfar
Die Sun Voyager-Skulptur an der Küstenpromenade ist nicht nur ein beliebtes Fotomotiv, sondern auch ein wunderbarer Ort für Familienspaziergänge bei Sonnenuntergang. Der Blick auf die Berge Esja im Nordosten ist besonders im Februar spektakulär, wenn die Gipfel schneebedeckt in der tief stehenden Sonne glänzen.
Essen: Günstig und gut durch den Tag
Island hat den Ruf teuer zu sein, doch mit den richtigen Tricks bleibt euer Budget im Rahmen. Supermärkte wie Bonus oder Krónan bieten vernünftige Preise. Eine Familienmahlzeit mit Brot, Aufschnitt, Obst und Getränken kostet etwa 20 bis 25 Euro. Die berühmten isländischen Hot Dogs an Imbissständen kosten um die 4 Euro und sind bei Kindern sehr beliebt.
Für ein richtiges Restaurant-Erlebnis empfehlen sich Mittagsmenüs statt Abendessen – die Preise sind oft um die Hälfte reduziert. Ein Familienessen mittags liegt bei etwa 50 bis 70 Euro, während dasselbe abends schnell das Doppelte kostet. Viele Bäckereien bieten nachmittags reduzierte Backwaren an – perfekt für einen günstigen Snack zwischendurch.
Tagesausflüge in die Umgebung
Ein Wochenende in Reykjavik lässt Raum für einen Tagesausflug. Der Golden Circle ist zwar klassisch, aber im Februar besonders reizvoll. Wenn ihr ein Auto mietet – was bereits ab 40 Euro pro Tag möglich ist, wenn ihr früh bucht – könnt ihr Thingvellir, Geysir und Gullfoss selbstständig erkunden. Eintritte für Naturattraktionen sind in Island meist kostenlos, nur Parkplätze kosten etwa 5 bis 8 Euro.
Die Halbinsel Reykjanes mit ihren geothermalen Gebieten, dem Leuchtturm und dramatischen Klippen liegt nur 30 Minuten entfernt und wird von Touristen oft übersehen. Hier könnt ihr kostenlos brodelnde Schlammpools, dampfende Fumarolen und schwarze Strände erleben – ein Abenteuerland für neugierige Kinder.
Praktische Februar-Tipps für Familien
Die Sonne steht im Februar auch mittags tief, was zu magischem Licht für Fotos führt. Nutzt die kurzen Tagesstunden optimal aus, indem ihr früh startet. Die meisten Museen und Attraktionen öffnen um 10 Uhr.
Packt Badesachen ein – die gehören in Island immer ins Gepäck, egal zu welcher Jahreszeit. Die Wechsel zwischen kalter Winterluft und heißen Pools sind Teil der isländischen Lebensart und für Kinder ein besonderes Highlight.
Supermärkte schließen sonntags früh, oft schon um 16 oder 18 Uhr. Plant eure Einkäufe entsprechend, um nicht auf teure Tankstellenshops angewiesen zu sein.
Reykjavik im Februar ist ein Geschenk für Familien, die bereit sind, sich auf Kälte, Dunkelheit und die raue Schönheit des Nordens einzulassen. Die Stadt belohnt euch mit Erlebnissen, die eure Kinder noch Jahre später erzählen werden – und das alles, ohne euer Reisebudget zu sprengen. Die Kombination aus urbaner Kultur und ungezähmter Natur macht dieses Wochenende zu einem unvergesslichen Winterabenteuer.
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